Ergebnisse der Landessortenversuche Öko Dinkel 2025
Dinkel – auch Spelzweizen genannt – ist im Ökolandbau eine etablierte Kultur im Anbau und Verarbeitung. Dinkel hat geringere Ansprüche an Bodengüte und Nährstoffversorgung als der Winterweizen. Er eignet sich deshalb auch gut für Standorte, wo der Weizenanbau an seine Grenzen kommt. Die Erträge und Qualitäten fallen in diesem Jahr überwiegend erfreulich aus. Aufgrund der unbeständigen Wetterlage während des diesjährigen Erntezeitraums liegen teilweise Partien mit schwächeren Fallzahlen vor. Gegenwärtig hat sich der Öko-Dinkelmarkt wieder erholt. Um eine Überlastung des Marktes vorzubeugen, sollte der Anbau mit der aufnehmenden Hand abgestimmt werden.
Anbau mit Handel abstimmen
In den zurückliegenden Jahren gab es immer wieder Phasen, wo die Dinkelerlöse nicht unerheblichen Schwankungen unterworfen waren. Es sind in erster Linie Veränderungen im Angebot, die den Preis beeinflussten. In den Anbaujahren 2022 und 2023 führte ein erhebliches Überangebot und eine abnehmende Nachfrage seitens der Verarbeiter zum deutlichen Einbruch des Dinkelmarktes und der Erzeugerpreise.
Daraus folgte zwangsläufig eine deutliche Reduktion der Anbaufläche und bei vielen Öko-Betrieben auch zu einem vorübergehenden Ausstieg aus dem Dinkelanbau. Betrug im Jahr 2022, auf Grundlage der Antragszahlen (INVEKOS), die niedersächsische Anbaufläche von Öko-Dinkel noch 4277 ha reduzierte sich die Fläche im Erntejahr 2023 um rund 56 Prozent auf 1869 ha. Im Jahr 2024 ist die Anbaufläche sogar auf einen Tiefstand von 1260 ha gesunken. Durch einen kontinuierlichen Abbau der Dinkel-Übermengen entspannte sich im Jahr 2024 allmählich der Dinkelmarkt, das flankierend mit einer langsamen Erholung der Erzeugerpreise einherging. Das führte m Jahr 2025 zu einem sichtbaren Anstieg der Anbaufläche. Die gegenwärtig guten Vermarktungsaussichten dürften in diesem Herbst wieder zum Dinkelanbau motivieren. Dennoch sollte die Ausdehnung der Anbaufläche behutsam erfolgen. Veränderungen am Markt sind weiterhin im Blick zu behalten und der Anbau mit der aufnehmenden Hand abzustimmen und ggf. über Kontrakte abzusichern.
Parameter für die Sortenwahl
Im Fokus der Sortenwahl stehen überdurchschnittliche Feuchtkleberwerte, Fallzahlsicherheit- und Ertragsstabilität. Es ist zudem auf eine ausgeprägte Toleranz gegenüber Gelb- und Braunrost, sowie auf eine sichere Standfestigkeit zu achten.
Zusammenfassung und Sortenempfehlung
- Der Dinkelmarkt hat sich erholt und die Erzeugerpreise haben sich stabilisiert.
- Um den Dinkelmarkt mengenmäßig nicht zu überlasten, sollte der Anbau mit der aufnehmenden Hand abgestimmt werden.
- Zollernspelz, und Gletscher sind bewährte Sorten mit soliden Erträgen und überdurchschnittlichen Feuchtkleberwerten und Fallzahlen.
- Für den Anbau ist zudem Badenglanz, gefolgt von Frankentop überlegenswert
- Die Sorte Asturin ist für den Probeanbau überlegenswert.
Die Qualitäten und Erträge der Landessortenversuche Öko-Dinkel 2025 können am Ende dieses Beitrages heruntergeladen werden.
Ergebnisse zu weiteren Öko-Versuchen auch aus zurückliegenden Jahren finden Sie unter: ISIP
Saatgut aus ökologischer Erzeugung verwenden
Grundsätzlich ist nur ökologisch vermehrtes Saat- und Pflanzgut zu verwenden. Einen guten Überblick über das bundesdeutsche Gesamtangebot erhält man schnell und tagesaktuell im Internet. Unter http://www.organicxseeds.de/ sind alle ökologisch erzeugten, vertriebsberechtigten Saatgutpartien sortenspezifisch aufgelistet. Nur noch bei bestimmten Kulturen (z.B. Dinkel), die nicht in der sogenannten Kategorie I gelistet sind, kann bei nichtverfügbarkeit einer gewünschten Sorte nach Antrag bei der Kontrollstelle auch konventionell erzeugtes, ungebeiztes Saatgut zum Einsatz kommen.
Berater Ökologischer Landbau, Umstellungsberatung, Versuchswesen Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4378
Telefax: 0511 3665-994378
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