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Ergebnisse der Landessortenversuche Öko-Wintergerste 2025

Die Ernteergebnisse der Landessortenversuche Öko-Wintergerste fallen in diesem Jahr überwiegend erfreulich aus. Neben den Erträgen erreichen auch die Hektoliter- und die Tausendkorngewichte in den Versuchen ein solides Niveau. Aus der Praxis wird überwiegend von guten, bis sehr guten Erträgen berichtet. Auf leichteren Standorten war allerdings die Wasserverfügbarkeit der begrenzende Faktor, wodurch die Erträge teilweise auch ernüchternd ausfielen

Wachstumsbedingungen

Optimale Aussaatbedingungen im Herbst 2024, eine gute Vorwinterentwicklung und ein milder Winter führten zu gut bestockten Gerstenbeständen im Frühjahr 2025. Von Februar bis April stellte sich eine anhaltende kühle und trockene Witterung ein. Trotzdem zeigten sich überwiegend gute Bestandsentwicklungen. Offenbar hat das Wurzelwachstum auch noch die unteren Bodenschichten zur Wasser- und Nährstoffaufnahme erschlossen. Hinzu kam, dass die moderaten Temperaturen die Verdunstungsraten relativ niedrig hielten. Zudem spielten Blattkrankheiten in der Öko-Wintergerste kaum eine Rolle. Erst ab Mai führten Niederschläge zu einer leichten Entspannung bei der Wasserverfügbarkeit und zu optimaleren Wachstumsbedingungen. In den ersten Julitagen setzte eine extreme Hitze ein und forcierte zweifellos den Erntebeginn der Wintergerste. Die meisten Praxisbestände konnten Anfang bis Mitte Juli unter weitestgehend trockenen Bedingungen geerntet werden. Mit dem Einsetzen der anhaltenden unbeständigen Witterungsphase ab Mitte Juli, die zu einer längeren Druschpause zwang, war ein Großteil der Wintergerste bereits geerntet. Die kulturbedingt frühe Abreife der Wintergerste war somit wieder einmal ein entscheidender Vorteil.

Öko-Anbaufläche

Die niedersächsische Anbaufläche mit Öko-Wintergerste liegt auf Grundlage der INVEKOS-Daten im Anbaujahr 2025 bei 2.653 ha und ist gegenüber 2024 mit 2.566 ha weitestgehend konstant geblieben.

Wintergerste hat pflanzenbauliche Vorzüge

Der Wintergerstenanbau kommt für Betriebe mit innerbetrieblicher Verwertungsmöglichkeit vorrangig in der Schweinefütterung in Frage. Aber auch für Marktfruchtbetriebe bringt die Wintergerste zahlreiche pflanzenbauliche Vorzüge mit. Aufgrund ihrer frühen Abreife verfügt sie über eine gute Resilienz gegenüber Frühsommertrockenheiten und trägt so zur Absicherung von Erträgen und zur Erntesicherheit bei. Die frühe Ernte ermöglicht eine gründliche Stoppelbearbeitung und die Regulierung von Wurzelunkräutern. Auch eine rechtzeitige Aussaat von Kleegras und Zwischenfrüchten wird ermöglicht. Durch die frühere Saat und Ernte lassen sich außerdem Arbeitsspitzen im Betrieb reduzieren. Gleichzeitig kann die Wintergerste zur Erweiterung der Fruchtfolge und damit auch zur Risikostreuung in Bezug auf Wetterextreme zweifellos interessant sein.

Vermarktung

Gegenwärtig ist die Öko-Gerste ein nachgefragtes Futtergetreide, was die Erzeugerpreise stabilisiert hat. Dennoch wird dazu geraten den bevorstehenden Anbau von Futtergerste mit dem aufnehmenden Handel abzustimmen, da je nach Versorgungslage und Nachfrage die Erlöse bei der Wintergerste auch schnell schwanken können. Sofern möglich, kann auch eine Futter-Mist-Kooperation die Vermarktung absichern.

Die Ergebnisse der Landessortenversuche Öko-Wintergerste 2025 können am Ende dieses Beitrages heruntergeladen werden.

Inhaltsverzeichnis Sortenbericht                                                                                                                             

Sortenempfehlung im Überblick                                   

Kriterien für die Sortenwahl, Anbau, Öko-Anbaufläche

Anbaugebiete - Standort- und Versuchsdaten

Beschreibung und Darstellung der Einzelergebnisse                                                                                              

Tabelle – Erträge, Qualitäten und Eigenschaften im Überblick                     

Tabelle Erträge Mittel - mehrjährig                                                    

Tabelle Erträge der Einzelstandorte                   

Tabellen Qualitäten > Hektolitergewicht, Tausendkornmasse, Rohprotein und Sortierung 

Anhang Infos zu Beikrautunterdrückung, Striegeleinsatz Viruskrankheiten, Ramularia 

Ergebnisse zu weiteren Öko-Versuchen auch aus zurückliegenden Jahren finden Sie unter: ISIP

Saatgut aus ökologischer Erzeugung verwenden

Laut der EG-Verordnung Ökologischer Landbau gilt, dass grundsätzlich nur ökologisch vermehrtes Saat- und Pflanzgut zu verwenden ist. Einen guten Überblick über das bundesdeutsche Gesamtangebot erhält man schnell und tagesaktuell im Internet. Unter http://www.organicxseeds.de/ sind alle ökologisch erzeugten, vertriebsberechtigten Saatgutpartien sortenspezifisch aufgelistet. Öko-Wintergerste befindet sich noch nicht in der Einstufung Kategorie 1. Es besteht somit die Möglichkeit über einen Antrag bei der zugehörigen Kontrollstelle eine Einzelgenehmigung für konventionelles, ungebeiztes Saatgut bei nachweislicher nicht Verfügbarkeit von Öko-Saatgut oder anderen Gründen zu bekommen.

 


Kontakt:
Markus Mücke
Berater Ökologischer Landbau, Versuchswesen Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4378
Telefax: 0511 4005-2120
E-Mail:
Volker Graß
Berater Ökologischer Landbau, Umstellungsberatung, Versuchswesen Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4294
Telefax: 0511 4005-2120
E-Mail:


Stand: 25.11.2025